1836 - Das Hamburger Knochenhauerhandwerk
In Hamburg war die Ausübung des Fleischerhandwerks grundsätzlich an den Besitz eines sogenannten Schlachterblocks gebunden. Dieser konnte nach altem Brauch nur vom Vater an den Sohn vererbt werden. In Hamburg waren nach dem Jahr 1815 durch die Verluste in den napoleonischen Kriegen viele Blöcke verwaist, so dass der Hamburger Senat eine Neuvergabe der leeren Blöcke beschloss. Der Württemberger Fleischermeister Georg Christian Beisser übernahm deshalb im Jahr 1836 den „Block 28“ in der Spitaler Straße.

1864 - Ausbau der Liefergeschäfte an Übersee­reede­reien
Neben einem Ladengeschäft in der Spitalerstraße betreibt der Sohn des Gründers eine Viehzucht, unterhält eigene Ländereien und eine Fleischwarenfabrik in der Langen Reihe. , Georg Michael Heinrich Beisser legt besonderes Augenmerk auf den Ausbau des Liefergeschäftes für Überseereedereien. Prominentester Kunde in dieser Zeit: Die kaiserliche Yacht „Hohenzollern“.

1912 - Wirtschaftskrise und Erster Weltkrieg
Der Enkel des Gründers, Christian Diedrich Heinrich Beisser, gründet im Juni 1912 eine Großschlachterei und Fleischwarenfabrik. Das Geschäft mit den Schiffsausrüstungen wird ausgebaut: Import von Fleisch und die Herstellung von Fleisch- und Wurstwaren für die Ausrüstung von Seeschiffen wird zum Schwerpunkt. Aber die Weltwirtschaftskrise und der Erste Weltkrieg hinterlassen auch bei Beisser empfindliche Spuren.

1920 - Gründung der Beisser Gebrüder GmbH
Den Grundstein für die heutige Beisser Gebrüder GmbH legen die Urenkel des Gründers G.C. Beisser im Jahre 1920. Alfred und Heinrich Beisser gründen eine neue Firma namens Beisser Gebrüder und beziehen einen modernen Firmenstandort am Ellerholzdamm im Hamburger Freihafen. Schwerpunkt ihres Geschäfts ist die Schiffsausrüstung. Sie vergrößern den Fahrzeugpark und erwerben zwei Barkassen, so dass Schiffsbelieferungen fortan auf dem Wasserwege vorgenommen werden konnten. Namhafte Reedereien und Schiffsausrüsterfirmen in Hamburg, Bremen, Kiel und Lübeck zählen zu den Kunden Alfred und Heinrich Beissers. Die Tradition der „guten Beisser-Wurst“ wurde begründet.

Kriegs- und Nachkriegsjahre
Kriegsschäden, eine fast vollständig zum Erliegen gekommene Seeschifffahrt und die zwangsweise Einberufung eines Großteils des Personals haben in den Kriegsjahren 1939 bis 1945 eine erhebliche Verkleinerung des Betriebs zur Folge. Doch der ausdrückliche Wunsch vieler Reedereien und Schiffsausrüster bewog Heinrich Beisser, sich an den Wiederaufbau der Firma auf den Trümmern der Hamburger Speicherstadt heranzuwagen. Die Wiederauferstehung seines Unternehmens hat Heinrich Beisser nicht mehr miterlebt - kurz vor Fertigstellung verstarb er 1955.

1956 - Die neue Generation
Im Jahre 1956 trat Henry Lange als Geschäftsführer an, um das Unternehmen im Sinne der Gründer weiterzuführen.
Mit dem Umzug im September 1999 in den Ellerholzdamm kehrt die Beisser Gebrüder GmbH an den Standort ihrer Gründer zurück. Exzellente selbstproduzierte Fleisch- und Wurstwaren für die Schifffahrt blieben das Markenzeichen des Unternehmens. Zur Sortimentsabrundung kam der Fleischimport hinzu. Heute importiert die Beisser Gebrüder GmbH Fleisch von fünf Kontinenten, ein umfangreiches Sortiment wird an Kunden aus aller Welt geliefert.